Für alle Sportbegeisterten war gestern Abend ein Abend der Qual der Wahl. Für alle jene, die Olympia im fernen Wähnkuwa der Rasenakrobatik im nahegelegenen München vorgezogen haben, hier eine kurze Zusammenfassung, was Nicht-Olympia so alles zu bieten hatte. SAT1 als Sender zum Beispiel. Der ORF hat sich ja der Wähnkuwa-Fraktion angeschlossen. Klar, Ski alpin, die heilige Kuh und so....daß jedoch trotz Versprechens nicht pünktlich zur 2 Halbzeit auf Fußball geschaltet wurde, lag wahrscheinlich weniger an der nicht-funktionierenden Uhr der ORF-Verantwortlichen sondern eher an der Tatsache, daß sich die Welt, zumindest die des österreichischen Sports, weiterdreht. Wie tröstlich. Irgendeine Gurgl aus dem Heimatland der Alpinfraktion, äh, dem Mutterland des „Sich-den-Berg-Hinunterstürzens“ hat es doch tatsächlich geschafft, dafür zu sorgen, daß Österreich nach 2 Alpinbewerben zwar immer noch ohne Gold, dafür aber mit immerhin mit irgendeiner Scheiblette irgendeiner Couleur um dem Hals, dasteht. Lage entschärft, Situation gerettet, Welt darf sich weiterdrehen.
Unterdessen dreht sich in München was ganz anderes. Zum einen der SAT1 Kommentator in Kreisen um abgedroschene Phrasen und schwachsinnige Aussagen. Die Sehnsucht nacht dem derzeitg am Olympia-Virus-leidenden ORF wächst. Zum anderen dreht sich auch viel am Rasen, zumindest falls man einen Ball als „viel“ bezeichnen kann... Manche drehen sich auch im die eigene Achse, andere wiederum, wie beispielsweise Mijnheer Robben um den eh schon violetten Gegner, daß dieser im Gesicht blau - weil schwindlig - wird. Manchem mag sich auch der Magen (um)drehen bei der Kombination, die ich mir gestern während des Fußballspiels in denselben gehaut habe. Thunfisch mit Brot, Tee und Erdnüssen (dafür sind jetzt alle weg, die von Advent-Nikolo-Weihnacht noch irgendwo im Haushalt gelegen sind...) Ob sich der Kopf mancher Zuschauer im Stadion noch immer vom vortägigen Schnaps-Bier-Sonstwas- Konsum dreht, kann nicht bestätigt, darf aber durchaus angenommen werden. Die Pfiffe aus den Rängen, die einem einen Krampf ins Ohr drehen, dürfen als Indiz dafür gewertet werden. Während im fernen Wähnkuw eine Fahrerin unbekannter Nation sich durch die Tore dreht, dreht Jörg Butt einen Ball mindestens genauso elegant vom Tor weg. Der Kommentator mit dem zur Sportart passenden Namen Fuß erklärt uns inzwischen, Jörg Butt habe Robben gefoult und der Schiedsrichter sei von Juventus Turin verpflichtet worden. Ob es sich hierbei um einen Versprecher handelt, weil er, also der Ball-Lose Herr mit passendem Namen, mit einem Äugchen statt auf den Rasen auf sein Mobil-TV und Mariariesch geschaut hat, oder ob es eine späte Rache von Juve für das 4:1 damals im Dezember, wir entsinnen uns....., sein soll, konnte nicht recherchiert werden. Dafür allerdings sind wir nun um die Erkenntnis schlauer, daß Louis van Gaal (für alle, dies noch immer nicht kapiert haben: Lui van Chchchchchchchaaaaaal) sein 75. Spiel mit Bayern in der ChampionsLeauge bestreitet und damit wohl sogar Herrn Schweinsteiger (den spricht man, der Einfachkeit halber genauso aus, wie man ihn schreibt) bei dem und für den sich verdächtig viel um Mode und Parties und analog dazu verdächtig wenig um Fußball dreht, überholt haben dürfte....wenn, ja wenn da nicht die nicht zu vernachlässigende Tatsache wäre, daß Mijnher van Gaal erst seit knapp 9 Monaten seines Amtes in München waltet und schaltet. Bei diesem Herrn, das als kleiner Trost, dreht sich viel um Fußball und um den maximalen Erfolg. Unten am Rasen besinnt sich unterdessen sein Landsmann seines Lieblingshobbies und dreht einen Violetten kunstgerecht zu Boden. Wahrscheinlich passiert ähnliches gerade auch in Wähnkuwa mit Beteiligung Läuferin und Torstange. Wer da wen zu Boden streckt, ist wahrscheinlich schwieriger zu klären als in München. Der Schiri jedenfalls, also der von Juve gewechselte, fackelt nicht lange, dreht ein gelbes Zettelchen heraus, was van Gaals Landsmann dazu bewegt, die Augen unschuldig gen Himmel zu drehen, während der violette schmerzverzerrten Gesichtes sein Füßchen hin und herdreht, in der gelinden Hoffnung, vielleicht doch noch für den Oscar, Kategorie bester Nebendarsteller, nominiert zu werden. Ich drehe mich unterdessen zu Boden, nicht aus Soildarität mit dem farblich unpassenden Ölberg, sondern um meine Erdnuß unter dem Sofa hervorzukramen, die sich ungefragt dahineingedre.... äh gerollt hat. Nur unwesentlich später, während Staat Österreich schon leicht darauf hofft, daß sich die Erde weiterdreht, dreht Kung-fu-Violetti Monsieur Ribery genau in dem Augenblick zu Boden, indem dieser den Ball ins Tor drehen will. Daß Senor Gomez dies dann stellvertretend vollendet, interessiert zumindest Herrn Örö-irgendwie nicht wirklich. Dieser dreht sich keine Zigarette sondern die Pfeife in den Mund und streckt sein Fingerchen bedeutungsvoll auf einen Punkt, der weniger am Horizont, als vielmehr direkt am Grün zu finden ist. Aus irgendwelchen Gründen rennt diesmal der Jörg ausm Tor nicht nach vor....In schätzomativ ziemlich genau dem Augenblick, in dem der ORF kapiert hat, daß sich die Welt nun wirklich weiterdreht, und feiert, daß die Balken krachen und die Dämme brechen, dreht Arjen Robben den Ball kunstfertig in genau das Eck, das Herr Frey frei gelassen hat. Zwar krachen die Balken nicht, aber das Netz bauscht sich ordentlich. Und der Münchner Dammbruch entlädt sich in Amsterdamer Tulpen, auch wenn, wie wir irgendwann nach Schlußpfiff in Analyse mit dem Ehrenhalber zum Ehenpräsidenten ernannten Franzl aus Giesing efrahren dürfen, der Herr gar nicht aus Amsterdam, sondern aus Groningen (korrekte Aussprache: Chroninchen, nicht zu verwechseln mit chronisch, obwohl wahrscheinlich kein Bayernfan was gegen ein chronisches Tulpen aus Amsterdam haben dürfte) kommt. Egal, meint der für alles Experte seiende Ehren-Franzl, jeder Holländer identifiziert sich mit Amsterdamer Tulpen. Daß er selbst sich nicht wirklich mit der Nordseeküste oder so einem ähnlichen Zeug als Torjingle identifiziert hätte, lächelt er auf altbekannte Weise einfach weg.
Big Smile gibt es auch in Österreich, weswegen, trotz, siehe oben, gegenteiliger Versprechungen noch immer Skialpin und Alpines Ski mit Deckmäntelchen Olympia läuft, anstatt Fußball. Dafür laufen die Bayern... in der Zweiten Halbzeit bald einem Tor hinterher, um den Ausgleich durch den schon erwähnten Kjon-Fu..irgendwie wieder zu kompensieren. Irgendwann nach 22 Uhr hat der ORF beschlossen von den vielleich nicht mehr jugendfreien Bildern der Alpinen Party am Aschermittwoch nun doch wegzublenden und lieber zum... vielleichtdochjugendfreien FC Bayern (das Prädikat Jugendfrei hat seit Arjen Robben in Bremen doch einige Kratzer abbekommen...) zu schalten. Thomas König hat sich irgendwie (wahrscheinlich aus Freude über Nichtgoldgurgl) schon warm gelaufen und kommentiert enthusaistischst rum. Bei mir läuft der Schweiß, und ich stelle fest, daß ein Olli Kahn Trikot zwar Außen-, aber nicht wirklich Raumtemperaturtauglich ist. Es sei dann, man will auslaufen. Aber egal, für den FCB steht man sowas durch... Da sich die Ernüsse dem Ende nähern, schließt sich das Spiel sich diesen solidarisch an. Und das ausgerechnet dann, wenn sich im Fernsehen tatsächlich wieder alles um Fußball dreht. Irgendein Violetter ist auch am Drehen - Herrn Robben in die Werbebande nämlich. Herr Örö-irgendwie aus Norge dreht sich auch mit. Nämlich zum Violetten um ihm mit unmißverständlicher Armdrehung zu signalisieren, er solle doch schon mal die Dusche aufdrehen. Die Italiener drehen hierbei das erste Mal an diesem Abend durch. Cartolina rossa - non'è possibile. Wenig später solidarisiert sich der ansich friedliebende Miroslav Klose, der immer so dreinschaut wie ein kleines Ministrantchen, dem man gerade das Matchboxauto weggenommen hat, mit dem duschenden Italiener und dreht dessen Teamkollegen auch mal zu Boden. Vielleicht wollte er auch nur seine Freundschaft zu Mijnheer Robben symbolisieren und diesen gewissemaßen rächen. Wer weiß das schon? Fakt ist, in diesem Augenblick erinnerte er etwas an das Bommeltje, der sonst im Team für die Fouls zuständig ist. Sozusagen Freundschaftsbeweis Nummer zwei binnen weniger Sekunden. Als Dankeschön durfte er (also Ministranten-Miro) sich dafür auch ein gelbes Kärtchen ansehen, was wahrscheinlich weniger im Sinne des Erfinders, als vielmehr im Regelbuch des Fußballs war. Immerhin ging dann Miros Solidarität und Freundschaft zu den Holländern im Allgemeinen und Arjen im Besonderen so weit, daß er doch tatsächlich kurz vor Schluß aus leicht abseitiger Position (er war nur soviel im Abseits, daß sich der zur Halbzeit ausgewechselte Teudaz ohne gröbere Mühen und vor allem auch ohne sich ducken zu müssen, bequem hin hätte legen können) den Ball elegant Richtung Tor drehte und somit doch noch den erlösenden Siegtreffer erzielte, was die Italiener veranlaßte, das zweite Mal an diesem Abend durchzudrehen. Nach Schlußpfiff drehte der ORF auch gleich wieder weg - zu man höre und staune - Ski Olymp-in oder so in der Art, weswegen es, Fernbedienung sei Dank, wieder zurück zu SAT1 Fußball mit Herrn Fuß ohne Ball ging, genauergesagt, zu Werbung mit fußballerischer Unterbrechung, wo nach dem Halbzeitlichen BundesJogi bei blonder Dame nun, siehe oben Ehrenfranzl beim Kern des Pudels Johannes B oder sowem Ähnlichen seine Meinung kundtun durfte, die, überraschenderweise aus viiiiiielen langen „jaaaaaa“ „mmmmmmm“ na, na, na gut“ bestand und sich aus leeren Worthülsen und dergleichen zusammensetze. „na gut, Klose, Klose mmmmmm war schon im im im Abseits, schon, aber nein nein, nicht ein Meter fünfzig, ein Meter vierzig“ und wir sind auch der Erkenntnis reicher geworden, daß *festhalten!!!!* „Fiorentina schon eine Mannschaft“ ist... Als krönender Abschluß durfte der seinem Namen nicht gerechtwerdende Herr Lahm, der diesmal zum wiederholten Male aussah, als hätte man versehentlich ein Einmarschkindchen in die Mannschaftsaufstellung geschummelt, auch noch was erzählen, was sich sogar mit Fußball und - in Tagen wie diesen untypisch - nicht mit Olympia und Wähnkuwa drehte
For so he may translate the world into a football - und sie dreht sich doch!!!
sehr sehr gut geschrieben!
AntwortenLöschenSprichst mir mit dem ORF aus der Seele.
Danke. Das ist aber scho wirklichunerträglich, was da aufgeführt wird
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