Warum? Warum? Warum? Eine Frage, die wohl niemanden mehr aus dem Kopf geht. Zumindest niemanden, der sich für Radsport interessiert oder einen Funken Menschlichkeit im Herzen trägt. Warum nur? Warum nur mußte Wouter Weylandt, diese sympathische Profi beim Radrennen, bei der Ausübung seines geliebten Berufs, sterben? Eine Frage, die einem immer im Kopf rumgeistern und auf die es doch keine Antwort gibt und wohl auch nie geben wird.
An diesem 9 Mai hat sich alles, alles was man mit Sport verbindet, auch, was man an Sport liebt – der Kampf um Punkte, Zeiten, Siege – ein für allemal relativiert. Nicht wird jemals wieder so sein wie es früher einmal war. Früher, als die Radsportwelt noch in Ordnung war. Als das größte Problem, das negativste noch die leidigen Dopingdiskussionen waren.
Die Bilder vom darauffolgenden Dienstag… Wenn so angeblich "hartgesottene" Profis weinen wie kleine Kinder. Niemand wird die Tränen eines Tyler Farrar je vergessen, denen er sich nicht schämte. Die Mühe, die er hatte, sich am Ende der "Goodbye Wouter-Etappe" noch am Rad zu halten. Die bedrückte Stimmung als letztes Ehrgeleit jener Menschen, die für Wouter sicher etwas wie eine zweite Familie waren. Die bedrückende Stille, die Anteilnahme der Fans. Aber auch der Beweis, daß bei aller Konkurrenz die Radsportler wie eine einzige, große, zusammengehörige Familie sind. Die Zieleinfahrt der Teamkollegen Arm in Arm mit seinem besten Freund Tyler. Das gemeinsame Weinen, die Trauer, die alle verbunden hat.
Wouter, wir alle haben Dich gemocht, geliebt. Deine Kollegen, Deine Konkurrenten, die Fans. Du warst ein vorbildlicher Profi, ein Idol für viele. Wie schlimm mag es erst für Deine Familie, Deine Freundin und Dein noch ungeborenes Kind sein, Dich verloren zu haben? Was bleibt ist der Trost, daß Du es dort, wo Du jetzt bist, besser hast. Daß Du von dort auf all Deine Lieben achtgeben wirst, auf Deine Familie, auf Deine Freunde, daß Du ein Schutzengel sein wirst, für Deine Kollegen, daß sich so etwas nicht, niemals mehr, wiederholt. Die Gewißheit, daß wir Dich da oben wieder sehen werden. Wenn es im Himmel ein Radteam der Engel gibt, Wouter, dann bist Du jetzt dessen Kapitän. Und wir werden Dich wiedersehen, ganz gewiß. Un Léopard ne meurt pas, il dort. Du bist und nur vorausgegangen. Dorthin, wo immer perfektes Radwetter herrscht, wo die Sonnenblumen und der Lavendel immer blühen, wo kein Anstieg zu steil, zu schwer ist.
Wir werden Dich nie vergessen!
RUST EN VREDE WOUTER!!!
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