Jedes Jahr werde ich (in schönster Regelmäßigkeit im Juli) für 3 Wochen zum Frankreich-Fanaten, vergesse dabei, daß ich eigentlich italophil bin und werde seeeeehr frankophil. Der Grund dafür – La gradne boucle, le Tour de France , die große Schleife, wie auch immer man das nennen mag. Ich liebe die Tour einfach. Diese Spannung, die im Rennen steckt. Die Bewunderung für die übermenschliche Leistung, die die Sportler bei unmenschlichen Bedingungen (Hitze, Regen, Schnee auf den Bergen) und teilweise unterebensolchen Umständen (Cadel Evans-gebrochener Ellbogen) vollbringen. Dieses übermenschliche Wollen – das „nochmal das letzte rausholen“ für diesen Moment. Diesen – nein, nicht nur Teamspirit, einfach die Gemeinschaft unter den Fahrern, wo auch der des feindlichen Teams mit Wasser(flasche) versorgt wird – weil eben alle verbunden sind. Das Zusammenarbeiten nicht nur eines Teams, sondern auch unter den Teams, weil man gemeinsam mehr erreicht als allein. Siehe Fluchtgruppen. Natürlich die sportlichen Reize – wer gewinnt den Sprint? Kommt die Ausreißergruppe durch oder wird sie kurz vor Ziel doch noch geschluckt? Wann setzt wer die Attacke? Ändert sich was im gesamtklassement und wenn ja was oder bleibt alles gleich? Spannung bis zum Schluß. Die Klassiker wie Col de Tourmalet, Ax3Domaines, L’Alpe d’Huez, Col du galibier, Mount ventoux… um nur einige zu nennen. Die tour d’honneur, wo jeder mit jedem plaudert, wo man einfach froh ist, diese Heldentat vollbracht zu haben und dann natürlich die Fahrt auf den vielbesungenen „Cchamps Elysées“ und die Siegerehrung dort.
In diesen 3 Wochen frische ich dann regelmäßig mein vergessenes Französisch auf (das geht dann sogar über meinen Standardsatz „je ne parle pas le francais“ raus *g*). Da werden die Athlenten fast zu freunden, Die Namen Tyler Farrar, Mark Renshaw (aus aktuellen Grüdnen – Dieses dreckige Aas),. Robert Gesink und Co werden dann mit einer Selbstverständlichkeit und begeisterung verwendet wie sonst Mark van Bommel, Arjen Robben, Ivica Olic. Übrigens – Alberto Contador ist für mich, Detail am Rande, im Radsport das, was im Fußball Schalke ist. Den Schleck Brothers gebührt übrigens der rang des FC Bayern.
Beeindruckend auch, daß hier die Wahre Leidenschaft, der Wahre Sportgeist dahintersteckt, nicht die Kohle wie in sovielan anderen Sportarten. Denn eines ist klar, reich wird man als Radprofi bei der Tour nicht. Das harterarbeitete Geld in Minimalsummen wird dann schön brüderlich mit der ganzen Mannschaft geteilt – nicht nur mir den Athleten, auch die Betreuer, Techniker, Masseure usw kassieren von diesen Minisummen mit ab. Unvorstellbar in anderen Sportarten.
Und abgesehen davon - ich liebe die Tour einfach. Die Schönheit der Landschaft. Wenn sich ein Flüßchen durch starre Felsen schlängelt, der Blick von den Gipfel über die Landschaften. Die gefühlten 1000 Eglises Notre Dame de…*irgendwas* Die Ruinen von alten Schlössern und Burgen. Ich liebe die Lavendelfelder der Provence, wenn alles in verschiedenen Violettönen schimmert. Und die Sonneblumenfelder. Das Gelb dieses Intensive gelb, rechts und links, und mittendrin der bunte Zug – das gelb als feierliches Salut für den Träger des Maillot Jaune.
Ich bin Lance Armstrong dankbar. Durch ihn habe ich die Liebe zum Radsport entdeckt. Das Buch „Tour des Lebens“ gelesen, Radsport geschaut und dabei geblieben. Thank you, Lance !
Ja, ich liebe die Tour de France. Und irgendwann, am liebsten 2011 werd ich auch zu ihr fahren, das Ganze mal aus der Nähe begutachten. Mein nächster Masterplan sozusagen. Und bis dahin ein herzliches, aufrichtiges
VIVE LE TOUR
(achja: ANDY, GO FOR MAILLOT JAUNE! VITE, ANDY, VITE)
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