Die erste Woche der ersten WM auf dem Mutterkontinent ist nun Geschichte. Wider Erwarten vieler (und auch meiner) hat es noch keinen Mord und Totschlag gegeben (wenn man mal von fiesen Fouls, die als versuchter solcher durchgehen könnten mal absieht). Dafür hat die WM schon ihr erstens handfestes Sensatiönli. Wobei: Wie sehr ist etwas als Sensatiönli zu werten, oder gar als Sensation, wenn der Macher derselben ein gewisser Ottmar-wir-lieben-dich – Ottmar ist, der abgesehen von seiner stets korrekt gebundenen Krawatte auch stets – oder doch zumindest meist – nicht nur ein goldenes (oder seit neuestem doch Emmentaler-gelbes) Händchen und von Fußball definitiv nicht nur mehr Ahnung hat, als ein gewisser kalifornischer Clown – was ja relativ leicht machbar ist – sondern auch als so mancher anerkannter Experte aus Nicht-Kalifornien. Für sein Gegenüber und alten Bekannten aus gemeinsamen langen Champions League Nächten, Vincente del Bosque, dürfte Ottmar der Größte mittlerweile in Persona das sein, was sein Ex-Verein für den Ex des Gegenübers ist: La Bestia Negra.
Wesentlich die größere Sensacion ist es da schon, daß Drogen-Diego diese wohl offenbar irgendwo am Rio de la Plata hat liegenlassen und es tatsächlich geschafft hat, so eine Art Mannschaft zu formen, die – Fan höre und staune – tatsächlich gewinnen kann. Und sei es auch nur gegen Nigeria oder Südkorea. Immerhin. Besser abgeschnitten bislang als die Qualifikation hoffen ließ.
Praktisch haben es jetzt die Gastgeber: die omnipräsente (aber nicht omnipotente) Vuvuzela spielt jetzt halt einfach statt des Verdi’schen Triumphmarsches aus Aida den Trauermarsch von Chopin. Mit wenig Aufwand und daher auch recht billig zu bewerkstelligen dieser Wechsel, klingt doch, im Gegensatz zum klassischen Original die südafrikanische Kopie in beiden Fällen 1:1 gleich und somit nach Einheitsbrei.
Etwas diffiziler dürften es da schon die Franzosen haben – sollte nicht ein unerwartetes Wunder geschehen, heißt es schon bald „Adieu les bleus“. Dann darf auch darüber nachgedacht werden, den Gassenhauer „Oh Champs Elyssées“ in „Autsch, Champs Elysées“ umzutaufen, bzw. zwecks Aufgabenerleichterung von Sarkozy-Spezl Domenech, respektive seines Nachfolgers – ein generelles Horoskopverbot in der grande Nation zu erlassen, damit das nächste grande Ereignis in Polen und der Ukraine (warum fürchten sich die Leute eigtl. vor Zivileuropa mehr als vor Südafrika, das, wie jeder geographisch nicht ganz ungebildete Mensch weiß, das Land mit einer der höchsten Verbrechensraten weltweit ist) nicht zum grande Horror für die Herren mit dem Gockel wird.
Auch für Deutschland hat sich der Traum des ungeschlagen beim Turnier bleiben ausgeträumt, was die Medien wahrscheinlich dazu animieren wird, nicht nur sämtliche Köpfe zu fordern, sondern auch mit abstrusen Verschwörungstheorien aufzuwarten. Vielleicht hat ja die böse Vuvuzela für Flenne-Manu in der Kiste nicht „Blau und weiß wie lieb ich dich“ gedüdelt…
Derjenige, der jetzt wohl am ärgsten in Bedrängnis kommt, dürfte Loddarmaddäus sein. Soll er sich nun ein Haus in Rutenburg kaufen, um Südafrika in Brasilien 2014 versuchen zum Titel zu führen und dabei in der Quali hoffnungslos zu scheitern, oder doch lieber eines auf L’alpe d’Huez errichten lassen, von wo aus er einen großartigen Rundblick auf französische Stars, Sternchen, Fußballtalente und vor allem Frauen unter 18 Jahren – also genau seinem Beuteschema entsprechend – hat? Das ist hier die Frage. Alternativ dazu könnte der TdF Fan auch den Mont Ventoux oder den Col du Galibier empfehlen… Sehr schwere Entscheidung… Man darf gespannt sein.
Auch darauf, wie die WM weitergeht.
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